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Buchen
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Der Geopfad führt durch die seit Mitte des letzten Jahrhunderts stillgelegten Steinbrüche und macht so die Aufschlüsse im Mittleren Buntsandstein zugänglich.

Verschiedene Relikte zeugen hier von der einst großen Bedeutung des Steinbruchs und Steinmetzwesen

im Raum Nebra, dessen Erzeugnisse deutschlandweit zu finden sind.

Charakterisch für den Nebraer Buntsandstein ist seine vielfältige Erscheinung. Finden sich auf der einen

Talseite harte Sandsteine, dominieren auf der anderen weiche Letten/Tone. Wandert man entlang der

riesigen bis zu 30 m hohen Sandsteinwände, beeindrucken deren vielfältige Farben und Strukturen.

Hinter der Burgruine von Nebra führt ein Weg zum alten Steinbruchgelände. Dort wurde früher der

begehrte „Nebraer Bausandstein“ aus dem höheren Bereich des mittleren Buntsandsteins gewonnen.

Lange nach Beendigung des Abbaues sind die Aufschlüsse immer noch eindrucksvoll, und viele

Sedimentstrukturen sind erst jetzt plastisch heraus gewittert und besonders gut zu beobachten.


Wegeverlauf

Möglicher Start der Tour ist hinter dem Bahnhof, in der Wangener Straße. Die Parkfläche befindet sich auf

der linken Straßenseite. Um zum Einstieg in den Wanderweg zu gelangen führt die Wanderroute ca. 500 m

entlang der Straße. Hier ist Vorsicht geboten, da kein Gehweg existiert. Am Ortsausgangsschild wird der

Einstieg auf der rechten Seite durch Wanderwegbeschilderung sichtbar. Der Wanderer wechselt die

Straßenseite und biegt auf einen gut begehbaren, breiten Wanderweg ein. Ab dem Schild Steinbruchweg,

geht es etwas steiler und schmaler bergauf. Der Weg reduziert sich hier zu einem Pfad und führt hinter

der Kleingartenanlage entlang. Durch ein urwüchsiges Steinbruchareal (hier ist mit Windbruchholz auf

dem Pfad zu achten), und im Wechsel zwischen schmalem Fußpfad und breitem Wanderweg, sowie über

hölzerne Treppenstufen, gelangt der Wanderer im steilen Anstieg nach oben.

Auf der Anhöhe wird ein Plateau erreicht, dass mit einem herrlichen Blick auf die Buntsandsteinfelsen in

ihrem vielfältigen Farbenspektrum belohnt. Hier öffnet sich eine Abbaugrube aus jüngster Zeit, wo in

Blocksprengungsverfahren das Gestein für die Sanierung bedeutender historischer Bauwerke in den 90er

Jahren gewonnen wurde. Nach einem allmählichen, weiteren Anstieg führt der Wegeverlauf nach links am

Waldesrand entlang.

An der nächsten Gabelung stehen Hinweisschilder, u.a. zum „Aussichtspunkt Bock“. Der Weg wechselt hier

von erdig auf teilweise felsig und führt wieder in den Wald hinein. Am Waldboden ist bereits stellenweise

der Buntsandstein zu sehen. Auf der linken Seite liegt der ehemalige Steinbruch. Im Sommer nur zu

erahnen, da die Natur hier ihr Recht zurückgefordert hat. Dem Wegeverlauf folgt der Wanderer bis zur

nächsten Gabelung und kann sich entscheiden entweder nach links zum „Aussichtspunkt Bock“ zu gehen

oder nach rechts im Wegeverlauf des Steinbuchweges zu bleiben. Wer sich allerdings für den Ausblick

„Bock“ entscheidet wird belohnt mit einem 180° Panoramablick über das unter sich liegende, enge

Durchbruchstal der Unstrut und auf die gegenüber liegenden Buntsandsteinfelsen. Diese senkrecht

abfallenden Wände erwecken mit 100 Metern Differenz zur Talsohle Mittelgebirgscharakter. Dennoch

handelt es sich hier um jahrhundertealte Steinbrüche, die erst auf den zweiten Blick als solche zu

erkennen sind. Beachtlich sind die einst bewegten Mengen an Stein und Abraum, die inzwischen

weitgehend von der Natur resorbiert sind.

Folgt der Wanderer dem Wegeverlauf rechts, kommt nach ca. 10 m eine alte, nicht mehr bewirtschaftete

Streuobstwiese. Vor der Streuobstwiese führt der Wegeverlauf nach links und wieder am Waldrand

entlang. Auf der rechten Seite ist in der Ferne der Ort Vitzenburg mit gleichnamiger Burg zu erkennen.

Nach ca. 1,5 km und an der nächsten Gablung, führt die Wandertour nach links in den Wald hinein. Hier

beginnt der Abstieg nach Kleinwangen. Im Frühjahr wird dieser Teilabschnitt gern von den Gästeführern in

einer geführten Tour angeboten, um die ersten Frühlingsblüher vorzustellen.

In Kleinwangen angekommen, wird dann rechts abgebogen und der Ort auf dem Fußweg der Straßen „Am

Bockberg“, „Auf der Nebraer Straße“, „Unter den Linden“, durchwandert. An dieser Stelle könnte sich der

Wanderer entscheiden einen kleinen Besuch zur Arche Nebra zu unternehmen. In den Saisonmonaten

April-Oktober finden jedes Jahr neue Sonderausstellungen statt.

Im Routenverlauf verbleibend, führt der Steinbruchweg am Sportplatz vorbei. An der nächsten Gabelung

und gut beschildert, nach links weiter. Dann über einen unbeschrankten Bahnübergang, die

Unstrutbrücke, nach Großwangen. Bis an die Kreuzung der Dorf- zur Landesstraße sind es ca. 500 m. Auf

der "Memlebener Straße" führt der Wegeverlauf links auf dem Bürgersteig entlang. Am Ortsausgang geht

es für ca. 1km am Straßenrand weiter, bis zu den Kleingartenanlagen. Dort angekommen, wird die Straße

überquert. Die Beschilderung ist hier gut sichtbar. Der Steinbruchweg führt nun leicht ansteigend in den

Mischwald hinein. Wird dann zu einem schmalen Pfad. Der Wanderer befindet sich unmittelbar am

Buntsandsteinfelsen und hat im zeitigen Frühjahr einen wunderbaren Ausblick auf das Unstruttal.

Zwischen Wangen und Nebra liegen beidseitig der Unstrut die einstigen Steinbruchreviere, aus denen der

Buntsandstein stammt, dem die Stadt ihren Ruf verdankt. Hier auf der Nordhangseite wurden in zwei

Niveaus unterschiedliche Sandsteinbänke abgebaut, bearbeitet und über steile Rampen auf den

Schutthalden zum Fluss abtransportiert. Die Unstrut war seit Ende des 18. Jh. schiffbar, so dass der

Transport großer Mengen möglich war. Neben der hohen Qualität der Werksteine ist in der guten

Infrastruktur die deutschlandweite Verbreitung von Nebraer Buntsandstein begründet, die so u.a. in Berlin

(Reichstag) und Hamburg (Alte Börse) verbaut wurden. Der Weg gabelt sich an einer Sitzgruppe. Hier kann

der Wanderer wählen, ob der Weg unterhalb eingeschlagen wird, der direkt durch die heute bewaldeten

ehemaligen Abbaufelder führt, teils mit Blick auf die steil aufragenden Buntsandsteinaufschlüsse oder die

Richtung zur Hochfläche, der so genannten „Breiten Platte“ aufsteigt. Letztere Route belohnt den Anstieg

mit einem herrlichen Aussichtspunkt zur Arche und nach Vitzenburg.

Die Buntsandsteinstadt Nebra ist besonders im Altstadtbereich auf dem Felsen errichtet. Der Wanderer

könnte, wenn er an der Berggasse angekommen ist, nach rechts abbiegen, den geologischen Wanderweg

verlassen und einen kleinen Stadtbesuch unternehmen. In Nebra befinden sich von dieser Position aus

entfernt, das Schlosshotel „Himmelsscheibe Nebra“ mit Burgruine ca. 50 m, das Hedwig Courts-Maler

Museum ca. 60 m und die Triasausstellung ca. 100 m entfernt. Viele Gebäude in Nebra sind aus und auf

Buntsandstein erbaut, welche zuvor in den Steinbrüchen Wangen und Nebra abgebaut worden sind.

Zeitzeugen, die der Wanderer vorab auf seiner Wanderroute in der vor 250 Mio. Jahren entstandenen

Form erblickt hat. Dem ausgeschilderten Wegeverlauf folgend, führt die Tour ohne Abstecher in die Stadt

nach links und über einen Betontreppenweg nach unten.

Die Unstrutbrücke mit ihren Wahrzeichen, den beiden aus Buntsandstein gehauenen Löwen ist von

Weitemschon zu sehen und wird überquert. Hinter dem beschrankten Bahnübergang geht es links, in

Richtung Wangen weiter. Die Runde schließt sich und nach ca. 50 m befindet sich der Wanderer an seiner

Startposition.


Länge

ca. 8 km


Wegecharakteristik

mittlere Schwierigkeit; beiderseits der Unstrut markante An- und Abstiege; Rundwanderweg mit vielen

Ausblicken


Tipp

GPS-Daten und Kartenansicht